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Der bekannte Ochsenfurter Firmeninhaber Anton Kestel hat vor einigen Jahren eine neue Karriere begonnen. Getreu dem Picasso-Satz.„Kunst vermag den Staub des Alltags von der Seele zu waschen.“ arbeitet er nun als Maler und Skulpteur.

Ergebnisse seines Schaffens zeigt der Träger- und Förderverein in der ehemaligen Synagoge in Obernbreit: Gemälde in verschiedenen Techniken und plastische Figuren in Mixed Media Technik. Seinen Schaffensprozess charakterisiert Kestel so: Auf der Basis von Marmorstaub und Sumpfkalk „gestalte ich selbst mit meinen Händen dreidimensional, lasse nicht planbare Reaktionen des Materials zu und freue mich, wenn das Material mich herausfordert und belohnt.“ Seine Plastiken bestechen daher durch das Miteinander von Natürlichkeit und Abstraktion.
Anton Kestel hat sich vom erfolgreichen Unternehmer zum kreativen Künstler entwickelt. Der Verein freut sich, die Sommersaison mit dieser bemerkenswerten Präsentation eröffnen zu können; mit einer Ausstellung, die in Verbindung mit dem Raum eine Brücke schlägt zwischen Barock und Moderne.

 

Skulpturen von A. Kestel. Foto: Kestel
Skulpturen von A. Kestel. Foto: Kestel

Öffnungszeiten der Ausstellung

Samstag, 6. April:  16.00 Uhr Vernissage

Sonntag, 7. April:  14.00 Uhr bis 18.00 Uhr

Palmsonntag, 14. April:  14.00 Uhr bis 18.00 Uhr

Karfreitag, 19. April:  14.00 Uhr bis 18.00 Uhr

Ostersonntag, 21. April: 14.00 Uhr bis 18.00 Uhr

Ostermontag, 22. April: 14.00 Uhr bis 18.00 Uhr

Eintritt frei

Wer von Kreta nur die Touristenzentren und die Badestrände erlebt hat, erhielt durch den Vortrag von Prof. Sappok und seiner Frau Ursula Eindrücke von anderen Aspekten des Lebens auf der Insel: die kulturelle Prägung durch die Orthodoxe Kirche und das karge Leben der Hirten.


Jahrhunderte alte Fresken in winzigen Kirchen zeigen Szenen aus dem Alten Testament und den Legenden von Heiligen. Unterlegt von Zitaten aus der Bibel interpretierte Christian Sappok die Darstellungen. Dabei erklärte er neben der theologischen Aussage detailliert die Technik der mittelalterlichen Freskenmalerei.

Nicht zurück ins Mittelalter, aber doch weit weg vom Komfort des urbanen und dörflichen Leben des 21. Jahrhunderts, führte Ursula Sappok, die den zweiten Teil des Vortrags übernommen hatte, ihr Publikum in Landesteile mit fast subsistenzwirtschaftlichen Verhältnissen. In den Bergsiedlungen, wo die Sappoks während eines Teils des Jahres wohnen, lebt man anspruchslos von dem, was die Natur bietet. Übertroffen wird dieser Lebensstil von der Bedürfnislosigkeit der Hirten in der kargen Region oberhalb der Baumgrenze, in einer Art Hochwüste. Dass ihre Schafe in den verstreuten spärlich bewachsenen Senken der öden Steinwüste überhaupt Nahrung finden, scheint ein Wunder zu sein. Ihre Lebensweise ist der unwirtlichen Natur angepasst. Ihre Schutzhütten bestehen nur aus kunstvoll aufgeschichteten Steinen ohne Verwendung von Holz oder Zement. In Städte oder größere Orte wollten sie nicht ziehen. Gründe dafür sind die starke emotionale Bindung an die Natur und ihre Heimat, aber auch die harte Wirklichkeit der hohen Arbeitslosigkeit in Griechenland.

Ihre Authentizität verdankten die Vorträge der Tatsache, dass Familie Sappok jedes Jahr lange Zeit das einfache Leben ohne jeden Komfort mit den Dorfbewohnern teilt und ihre Freundschaft gewonnen hat.

Für diejenigen, die Kreta schon besucht haben oder eine Reise dahin planen, war der Abend ein wichtiges und mit Interesse aufgenommenes Korrektiv zu dem, was Touristen bei einer Kurzvisite erleben können.

Prof. Sappok und Zuhörer im Bürgersaal des Rathauses in Obernbreit
Prof. Sappok und Zuhörer im Bürgersaal des Rathauses in Obernbreit

Mit diesem Auftrag bestimmte Bundespräsident Herzog 1996 den 27. Januar zum zentralen Gedenktag an die Opfer des Nationalsozialismus. Der Förderverein alte Synagoge Kitzingen, der Träger- und Förderverein ehemalige Synagoge Obernbreit und der Arbeitskreis Gehwissen Iphofen richten seit 2013 gemeinsam den zentralen Gedenktag für den Landkreis Kitzingen aus. Auch am letzten Sonntag folgte wieder eine ansehnliche Anzahl von Gästen der Einladung zu einer Lesung mit Musik in die alte Synagoge Kitzingen

Die Gedichte zweier jüdischer Lyrikerinnen standen im Zentrum des Abends. Deren Gedichte rezitierte Dr. Jutta Schwegler mit viel Empathie. In einfacher, eindringlicher Weise erzählen Selma Merbaums Gedichte von Gefühlen, Träumen und Schönheit der Natur, sie sind voll Sehnsucht. Hoffnung und Lebenswillen. Die von der Rezitatorin akzentuiert vorgetragenen Gedichtzeilen: Ich „möchte kämpfen und lieben und hassen [. . . ] Ich will nicht sterben. Nein!“ ließen niemand im Publikum unberührt. Sie starb erst 18 Jahre alt im deutschen Arbeitslager.

Hilde Domins Gedichte zeichnen eine andere Seite jüdischen Schicksals. Flucht, Vertreibung und Exil bestimmten einen Abschnitt ihres Lebens. Diese Erlebnisse machten sie zu einer Unbehausten, die sich „ein Zimmer in der Luft“einrichtet, weil auf der Erde kein Ort für sie ist und ihr „nur eine Rose als Stütze“ bleibt.

Den lokalen Bezug und den Beitrag von Autorinnen und Autoren des 21. Jahrhunderts stellte die öffentliche Uraufführung des Hörspiels “Deportation“ eines P-Seminars des AKG Kitzingen her. Den jungen Leuten gelang es, den fiktiven Weg einer Kitzinger jüdischen Familie vom brutalen Abbruch des Sabbatabends durch die NS-Schergen bis zur Einlieferung in das KZ mit Hilfe von Dokumenten nachzuzeichnen. Stärkeren Eindruck als die exakte Einspielung von Geräuschen hinterließen die auftretenden Personen: die Zuschauer des Abtransports, die nur ein paar interessierte Bemerkungen machen, das Brüllen der Wachmannschaften und ihrer Beschimpfungen („Judenschweine“) und die Angst der Deportierten und deren Sorge um die Kinder.

Den Musikpart am Flügel hatte die junge, vielfach preisgekrönte Künstlerin Luisa Bolow mit sorgfältig ausgewählten Stücken von Bach bis Satie übernommen; Diethart Bischof gab die nötigen biographischen Hinweise zu den Autorinnen Selma Merbaum und Hilde Domin.

Dem einen Teil des Auftrags von Roman Herzog ist die Veranstaltung voll gerecht geworden. Die Mahnung geht 2019 dringlicher an das Publikum des Abends und an alle Deutschen. Wenn jüdische Bürgerinnen und Bürger sich bei uns nicht mehr sicher fühlen, ist es nicht mehr mit Reden und Veranstaltungen zum „Gedenktag an die Opfer des Nationalsozialismus“ getan. Dann ist mehr gefordert.

Foto: W. Kappelmann (2. von links: Luisa Bollow 5. von links: Frau Schwegler)

 

Kreta ist nicht irgendeine Insel vor dem griechischen Festland. Es ist mit Sicherheit schon seit der Steinzeit besiedelt.Eine dort entstandene Kultur beeinflusste die erste Hochkultur des europäischen Festlands. Zeus soll hier geboren wurden sein. Auch bei der Ausbreitung des Christentums spielte die Insel eine wichtige Rolle. Der Apostel Paulus soll auf seiner Überführung nach Rom zwei Jahre auf Kreta gepredigt und seinen Schüler Titus zum ersten Bischof auf Kreta eingesetzt haben. Die heutige orthodoxe Kirche auf Kreta ist stolz auf diese Tradition und pflegt einen eigenen Ritus, wobei heiligenmäßig lebende Eremiten eine wichtig Rolle spielen.

 

Prof. Christian Sappok (links) mit zwei befreundeten Hirten

Prof. Christian Sappok (links) mit zwei befreundeten Hirten. Foto: Sappok.

 

Professor Christian Sappok lehrte bis zu seiner Emeritierung polnische und russische Literatur und Sprachwissenschaft an der Ruhr Universität in Bochum. Frau Ursula Sappok war Oberstudienrätin an der Berufsschule für Hörgeschädigte in Essen. Sie wohnen jetzt in Hohenfeld und haben einen zweiten Lebensmittelpunkt auf Kreta. Sie sind profunder Kenner der kirchlichen und sozialen Verhältnisse außerhalb der Touristenzentren auf der Insel.

Der Träger- und Förderverein ehemalige Synagoge Obernbreit e.V. lädt ein zu einem Vortrag von Herrn und Frau Sapokk über spezielle Lebensformen in einer Region, die allgemein nur als Ferieninsel bekannt ist.

Ort: Rathaus Obernbreit

Termin: 8. März 2019

Beginn: 20.00 Uhr

Der Eintritt ist frei

Unter diesem Zitat aus dem Gedicht „Poem“ von Selma Merbaum steht der Holocaust-Gedenktag 2019 in Kitzingen. Die Strophe aus dem das Zitat stammt:

Ich möchte leben.
Ich möchte lachen und Lasten heben
und möchte kämpfen und lieben und hassen
und möchte den Himmel mit Händen fassen
und möchte frei sein und atmen und schrein.
Ich will nicht sterben. Nein!

Die junge Jüdin starb mi18 Jahren im deutschen Zwangsarbeitslager Michailowska. 57 Gedichte von ihr sind auf abenteuerliche Weise gerettet worden.

Zu dieser Lesung mit Musik laden ein: Trägerverein ehemalige Synagoge Kitzingen, Arbeitskreis Ge(h)wissen Iphofen und Träger- und Förderverein ehemalige Synagoge Obernbreit.

Das P-Seminar des Armin-Knab- Gymnasiums Kitzingen präsentiert sein Hörspiel „Deportation“.

Die Mitglieder unseres Vereins, Dr. Jutta Schwegler und Diethart Bischof lesen Gedichte von Selma Merbaum und Hilde Domin. Frau Luisa Bollow spielt am Klavier Stücke u.a.von J.S.Bach und Mendelssohn-Bartholdi.

Es wäre schön, wenn möglichst viele Bürgerinnen und Bürger aus Obernbreit und Mitglieder des Träger- und Fördervereins ehemalige Synagoge Obernbreit e.V. an dieser Gedenkveranstaltung teilnehmen könnten.

Termin: Sonntag, 27. Januar 2019

Ort: Alte Synagoge Kitzingen

Zeit: 17.00 Uhr

Eintritt frei

Plakat zur Lesung
Plakat. Gestaltung F. Schwegler