Aktuelles

Der ausgewählte Beitrag erscheint am Ende der Seite.

Am 23. September haben wir ein besonderes Ereignis für Sie. Sousi und die Grammophoniker treten in der ehemaligen Synagoge auf! Das Schreiben die Musiker über sich selbst:

 

„Man lebt so kurz und ist so lange tot!“

Foto der Künster
Sousi und die Grammophoniker. Foto: Kilian Lieb

 
Sousi & die Grammophoniker lassen die ‚Goldenen Zwanziger‘ wieder aufleben, als die Kabaretts und Tingeltangels den trüben Alltag vergessen machten. Die Zeit, in der das Radio und der Tonfilm auf dem Vormarsch waren, Swingkapellen aus dem Boden schossen und sich neue Tänze wie der Charleston etablierten. Jedoch war das Schicksal vieler Künstler von bitterer Armut geprägt, was sie oft durch zynische und ironische Kompositionen zum Ausdruck brachten.
Das ungewöhnliche Ensemble „Sousi & die Grammophoniker“ wird angeführt von Sousi, einer echten Diva aus blankem Metall. Die eiserne Lady, ein zickiges, störrisches, dickköpfiges Sousaphon, wird von Jochen Rothermel gebändigt. Die Sopranistin Nicole Schömig und Gerd Semle an  Akkordeon und Ukulele komplettieren das Trio. Es spielt legendäre wie längst vergessene Lieder einer gleichsam von Schwermut und Lebenslust geprägten Epoche: Swing, Fox, Schlager und manches mehr mit einem Augenzwinkern. (Text: Sousi & die Grammophoniker)

Termin: Sonntag, 23. September, 19.00 Uhr

Ort: Ehemalige Synagoge Obernbreit

Der Eintritt ist frei, Spenden sind erbeten!

 

 

 

 

Ungewöhnliche Schafkopfkarten präsentiert eine Ausstellung zum Tag des offenen Denkmals in der ehemaligen Synagoge. Statt der Köpfe der Männer zeigen sie Bildnisse von Frauen.

Mit solchen Karten wird auch bei dem Turnier gespielt. Damit erweist der Träger- und Förderverein ehemalige Synagoge Obernbreit Vorkämpferinnen für Gleichheit der Geschlechter Reverenz.

Etliche dieser Pionierinnen starben für ihre Überzeugung teils in den KZs der Nationalsozialisten, teils in sowjetischen Arbeitslagern. Etliche hatten jüdische Wurzeln, manche waren Revolutionärinnen wie Olga Benario, deren Großvater aus Obernbreit stammte. Ihre Bilder in der Ausstellung werden ergänzt durch kurze biographische Angaben und Auszüge aus ihren eigenen Texten oder Würdigungen ihrer Arbeit durch andere.

Besondere Schafkopfkarten. Foto Heidecker
Besondere Schafkopfkarten. Foto Heidecker


Auf „spielerische“ Weise soll durch das Turnier an die Pionierinnen, die Grenzen der traditionellen Geschlechterrollen sprengten, erinnert werden.

Wir hoffen auf viele Teilnehmerinnen. Partien können spontan vor Ort gebildet werden. Spielerinnengruppen werden gebeten, sich per E-Mail anzumelden unter


Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Termin: Sonntag, 9. September 2018

Ort: Ehemalige Synagoge Obernbreit, An der Synagoge 1, Obernbreit

Ausstellung geöffnet: 11.Uhr bis 17.00 Uhr

Turnier: 18.00 Uhr bis 20.00 Uhr


Eintritt frei

1748 war die jüdische Kultusgemeinde von Obernbreit so zahlreich und vermögend geworden, dass sie für 200 fl von Raphael Mandel ein Grundstück kaufen konnte, „worauf sie eine Synagoge erbaute“. (Ren. Grundstückskataster StA Würzburg). Als eine der wenigen Landsynagogen hat das Gebäude 270 Jahre überdauert und die darunter liegende Mikwe ist einzigartig in ganz Unterfranken, was Tiefe und Erhaltungszustand angeht.

Der gegenwärtige Eigentümer, der Träger- und Förderverein ehemalige Synagoge Obernbreit, nimmt dies zum Anlass, die Bevölkerung zu einer Geburtstagsfeier am 17. Juni 2018 einzuladen. Sie beginnt am frühen Nachmittag mit Bewirtung der Gäste in und um die ehemalige Synagoge und einer Ausstellung. Da ältere Darstellungen unbekannt sind, beschränkt sich die Bilderausstellung darauf, die letzten 13 Jahre der langen Geschichte zu dokumentieren. Der Höhepunkt des Tages ist eine Revue des 18. Jahrhunderts, aus Obernbreiter Sicht, wobei ausschließlich Obernbreiter Chroniken zitiert werden, die mit historischen klassischen Gemälden visualisiert und von passender Musik begleitet werden.

Viehseuchen, Wetterkatastrophen und Hungersnot prägten die Sorgen und Ängste der Obernbreiter zu der Zeit, als man in Obernbreit eine Synagoge baute.

 

Foto der neugestalteten Eingangstüre: Foto: Heidecker
Die neugestalteten Eingangstüre. Foto: Heidecker

 

Der Verein freut sich darauf, das ehrwürdige Gebäude in seiner neuen Bestimmung, einem Ortes der Erinnerung und des Begegnens, seinen Gästen zeigen zu können und lädt die Bevölkerung von Obernbreit und Umgebung zu einer gemeinsamen „Geburtstagsfeier“ ein.

Programm am 17. Juni 2018:

14.00 Uhr bis 17.00 Uhr

im Gebäude: Ausstellung von Bildern

zur Restauration und zu Aktivitäten des Vereins

14.00 Uhr bis 17.00 Uhr

im Gebäude und außen: Bewirtung der Gäste

Musik: Duo Harmonik

20.00 Uhr

„Als man in Obernbreit eine Synagoge baute“

Eine Revue des 18. Jahrhunderts aus Obenbreiter Chroniken mit historischen klassischen Gemälden visualisiert und mit sorgfältig ausgewählter Musik.

Eintritt frei

Nach einem gut besuchten, gemütlichen Nachmittag und einem wenig hinreißenden Fußballspiel waren noch einmal etwa 50 Personen in die ehemalige Synagoge gekommen, um das Jubiläum „270 Jahre Synagoge“ zu feiern. Die Gäste erlebten eine Revue des 18. Jahrhunderts aus der Perspektive Obernbreiter Chronisten:

Eine Geschichtsstunde nicht über die Schachzüge der Herrschenden, sondern über das Leben der Untertanen aus der Zeit, als man in Obernbreit eine Synagoge baute. Ungewöhnliche Naturereignisse wurden nicht aus Sensationslust protokolliert, sondern als Vorboten drohender Ernteverluste und folgender Hungersnot, so dass, wie einer bemerkte 1772 „ man das Brot zu 6/7 aus Haber und . . . selbst aus Quecken herstellte. Alles Privatbacken war untersagt. Die Verteilung des Brotes [wurde] durch eine besondere Commissio täglich auf dem Rathause vorgenommen, wobei für jede erwachsene Person täglich 1 Pfund abgegeben wurde.“ Ebenso lebensgefährlich waren Schädlinge: 1742 soll es Mäuse von allerlei Farben gegeben haben, welche das Getreide fast gänzlich verwüstet." Viehbestand war das Kapital bäuerlicher Familien. Daher waren Viehseuchen besonders gefürchtet: „Im Jahre 1731 brachten Viehhändler [. . . ] eine sehr ruinierende Viehseuche hieher, [ . . . wodurch] einhundert und 59 Stück Vieh, nämlich 57 Ochsen, 90 Kühe, 12 Stiere und 37 Stück junges Vieh gefallen sind.“

Dass der Bau der Synagoge in keiner Chronik erwähnt wird, ist nicht verwunderlich angesichts der Tatsache, dass sie nicht ein ortsbildprägendes Gebäude war, wie die zur selben Zeit erbaute Kirche und das Pfarrhaus.

Das Publikum des Abends ließ sich versetzen in eine Welt der Obernbreiter Vorfahren ohne Versicherungen und Sozialleistungen, eine Gesellschaft voll Sorgen um die Gesundheit und Kampf um das tägliche Brot. Fazit einer Besucherin: "Wie gehts uns doch gut heutzutage."

Die ehemalige Synagoge ist nach 270 Jahren nach vielen Umwegen wieder zu einem Ort geworden, an dem man sich trifft und erinnert.

Die Juden nannten ihr Gemeindezentrum ursprünglich Bet Knesset, Haus der Versammlung. Der Begriff wurde ins Griechische übersetzt mit Synagoge Zusammenkunft. Und das soll es auch weiterhin bleiben: ein Ort des Erinnerns und der Begegnung.

Der Träger- und Förderverein ehemalige Synagoge Obernbreit e.V. dankt allen, die durch ihre Mithilfe oder ihren Besuch dieses Jubiläum zu einem Erfolg werden ließen.

 

Die Akteure der Revue
Die Akteure der Revue "Als man in Obernbreit eine Synagoge baute" (v.l.n.r.: F. Schwegler, J. Scherer, J.Schwegler, L. Dürner, F. Heidecker, H. Kalamala, M. Kämmerer). Foto: M. Walz

„Ich habe fotografiert, was ich gesehen habe" - Vorsätzliche Kritik am Staat sei nicht sein Antrieb gewesen, sagt der heute 63-Jährige Fotograf Harald Hauswald vom seinen Fotos.
Sie tragen Titel wie "Abschied", "Heiterkeit", "Rebellion" oder "Traurigkeit" und zeigen den Alltag und die Widersprüche eines Landes, das nur 40 Jahre existierte. Man sieht eine "Ausreise-Party in den Westen" unter Freunden, ein Punk-Pärchen im Park oder die gelangweilten Gesichter bei einer FDJ-Fahnen-Parade. Einen verfallenen Altbau fotografierte Hauswald Mitte der 1980er Jahre hinter dem Werbeschild eines Möbelhauses, vor den zerschlagenen Fenstern und der heruntergekommenen Fassade prangt der Schriftzug: "Wohnkultur". In diesen Bilddokumenten kündigt sich bereits der Untergang der DDR an - aus heutiger Perspektive, denn zu jener Zeit habe noch niemand an die Wende geglaubt.

Die Ausstellung in der ehemaligen Synagoge in Obernbreit ist geöffnet am

  • 6. Mai 2018 von 14.00 bis 17.00 Uhr (leider ist uns ein Fehler unterlaufen und es wurde teilweise die Öffnungszeit erst ab 15.00 Uhr veröffentlicht. Geöffnet ist aber ab 14.00 Uhr) und
  • 13. Mai 2018 von 15.00 bis 17.00 Uhr.

Hinweis: Am 06. Mai findet in der ehemaligen Synagoge um 15.00 Uhr auch eine Führung durch die Synagoge vom Architekten Herrn Christian Küster statt. Er wird fachkundig über die Synagoge und das Renovierungskonzept Auskunft geben.

Der Eintritt ist frei.

Plakat zur Ausstellung
Plakat zur Ausstellung "Voll der Osten". Bild: J. Scherer