Aktuelles

Der ausgewählte Beitrag erscheint am Ende der Seite.

Upcycling statt Wegwerfen

Zwölf Kinder hatte der Träger- und Förderverein ehemalige Synagoge Obernbreit als Ferienpassaktion in die ehemalige Synagoge eingeladen. Neben der Besichtigung des Gebäudes bastelten und bemalten sie unter der Anleitung von Frau Karin Küster aus Verpackungsmaterial was ihre Phantasie ihnen eingab: Roboter, Katzen, Einhorne und Blumen. Die drei Jüngsten, Flüchtlingskinder aus Syrien, fühlten sich trotz Verständigungsschwierigkeiten wohl in der Gruppe und formten mit viel Geschick Blumenschmuck für ihr neues „Zuhause“,den sie stolz dem Fotografen zeigten.

Selbst gebastelter Blumenschmuck. Foto: F. Heidecker
Selbst gebastelter Blumenschmuck. Foto: F. Heidecker

Liebe Mitglieder,

am 28. September findet unsere jährliche Mitgliederversammlung statt. In diesem Jahr steht auch die Neuwahl der Vorstandsschaft an.

Bitte richten Sie es sich nach Möglichkeit ein, zu diesem Termin anwesend zu sein.

Im Anschluss an die Mitgliederversammlung laden wir Sie gerne zu einem gemütlichen Beisammensein ein.

 

Termin: 28.09.2017

Beginn : 20.00 Uhr

Ort: Ehemalige Synagoge Obernbreit

 

Ihre Vorstandschaft

Nie wieder

„Nie wieder solle so etwas geschehen“. Darin war sich die Gruppe von 19 Personen im Alter zwischen 14 und 83 Jahren einig. Sie hatten an einer Exkursion des Träger- und Fördervereins ehemalige Synagoge Obernbreit mit der Referentin Lilli Schlumberger-Dogu teilgenommen. Im Anblick des Eingangstores mit der bekannten zynischen Schrift „Arbeit macht frei“ erklärte sie nicht nur die Anlage und Funktion der Gebäude, sondern analysierte auch die von Himmler als beispielhaft für alle Konzentrationslager verbindlich gemachte „Dachauer Ordnung“. Die dort festgeschriebenen Ordnungsmaßnahmen lassen einen frieren bei 30°. Sie ist darauf angelegt, die Persönlichkeit des Gefangenen zu zerstören: Eine Nummer statt eines Namens, Strafstehen bei Hitze bis zum Umfallen, entwürdigende Prozeduren bei der Aufnahme, Auspeitschen bei geringen „Vergehen“, Hetzen von auf den Mann dressierten Hunden bei „Fluchtversuchen“.

Von den Vitrinen, die an Stelle der dort ursprünglich stehenden Tischen aufgebaut sind, hätte man am liebsten ehrfurchtsvoll Distanz gehalten, wenn es bei dem Andrang möglich gewesen wäre. Denn dort wurde den Häftlingen jeder persönliche Besitz und alles, was an ihre frühere Existenz erinnern konnte, abgenommen.

Am bekannten von Nandor Glid gestalteten Mahnmal erklärte Frau Schlumberger-Dogu die nicht von jedem auf Anhieb erfühlte Dramatik der Plastik. Symbolisch sind menschliche Skelette in unnatürlichen Verrenkungen zwischen Seilen und Pfählen dargestellt zum Andenken an die Inhaftierten, die bei Fluchtversuchen im Elektrozaun zu Tode kamen. Am Ausgang des Mahnmals dann in fünf Sprachen die Botschaft – Mahnung NIE WIEDER.

Nie wieder soll das versucht werden dürfen, was in Dachau gelungen ist: Die Entmenschlichung des Menschen. Psychisch durch Erniedrigung der Gefangenen, Perversion der Funktionshäftlinge zu Helfern und physisch durch Töten, zu Tode foltern und „in den Draht gehen“ aus Verzweiflung.

Teilnehmer der Exkursion vor dem Mahnmal. Foto: J. Scherer
Teilnehmer der Exkursion vor dem Mahnmal. Foto: J. Scherer

Kommentar aus der Gruppe: „Es war ein sehr bewegender und beeindruckender Rundgang.“ Ja, NIE WIEDER soll so etwas geschehen. Und doch: Warum lässt sich der Vers Bert Brechts aus dem Epilog zu Arturo Ui ausgerechnet in diesem Zusammenhang nicht aus dem Bewusstsein verdrängen:

„Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch“ ?

Vorankündigung

Zum 75. Jahrestag der Vertreibung der letzten Juden aus Obernbreit im September 1942 lädt der Träger- und Förderverein ehemalige Synagoge Obernbreit e.V. ein zu einer Ausstellung

„ Gesellschaft unter dem Hakenkreuz“ und einer Lesung von Dokumenten und Berichten zur Vertreibung von Rudolf und Leopold Sänger.

Termin: Sonntag, 10. September 2017,  Tag des offenen Denkmals

Ort: Ehemalige Synagoge Obernbreit

Ausstellung 11.00 Uhr bis 17.00 Uhr

Lesung 20.00 Uhr

Der Träger- und Förderverein ehemalige Synagoge Obernbreit e.V. bietet eine Fahrt zum ehemaligen Konzentrationslager Dachau an. Das Lager, wo nach unserer Kenntnis auch ein Obernbreiter Bürger zeitweise eingesperrt war, wird eingehend besichtigt. Als Führerin konnten wir die ehemalige Marktbreiterin Lili Schlumberger-Dogu gewinnen. Der Eintritt kostet pauschal für eine Gruppe bis 30 Personen € 90.00. Je mehr wir also sind, desto günstiger wird der Preis für die Einzelnen. Wir nutzen das Bayernticket. Preis pro Fünfergrupp € 49.00 oder 9,80/Person.

Wir fahren samstags. Da am Wochenende das Bayernticket schon ab 00.00 Uhr benutzt werden kann, fahren wir schon um 7.03 Uhr am Bahnhof in Marktbreit ab. So bleibt noch Zeit, falls eine Fünfergruppe nach der rund zweieinhalb-stündigen Führung noch nach München möchte.

Wir bitten um baldige Anmeldung; entweder telefonisch 09332/9469 oder Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

Plan der Exkursion

Datum: Samstag 8. Juli

Abfahrt Bahnhof Marktbreit: 07.03 Uhr

Ankunft Dachau Bahnhof: 10.13 Uhr

Preis: variiert nach Teilnehmerzahl

Anmeldung: ab sofort: Telefon 09332/9469; Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

Wir möchten auch hinweisen auf eine Exkursion, die der Förderverein Alte Synagoge Kitzingen nach Görlitz, Bautzen, Liberec vom 04.09.2017 bis 07.09.2017, anbietet

Näheres: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!