1748 baute die jüdische Kultusgemeinde eine Synagoge und nutzte sie bis zur Auflösung der Gemeinde im  Jahre 1911. Im Jahr darauf wurde das Gebäude verkauft und wechselte im Lauf von 100 Jahren sechs mal den Eigentümer. Es wurde als Scheune, Reparaturwerkstatt und Lagerraum genutzt. Jeder Nutzer baute es nach  seinen Bedürfnissen um, beseitigte Teile und baute neue ein. Eine große Öffnung wurde in die südliche Fassade gebrochen, um die Einfahrt landwirtschaftlicher Großgeräte zu ermöglichen, der Kellerhals über dem Eingang zur Mikwe wurde zugeschüttet, um Raum zu gewinnen und der Boden erhielt einen dicken, teils  armierten Betonbelag. Ein Zwischengeschoss wurde eingezogen, so dass am Gebäude, innen wie außen, fast nichts mehr an eine Synagoge erinnerte.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ältestes bekanntes Foto (Nordseite mit Chuppastein). Foto: Mit freundlicher Genehmigung von Yad Vashem.

 

Synagoge Außenansicht

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 Synagoge vor der Restaurierung (Süd-West-Ansicht). Foto: Scherer

Es gibt keine Fotos vom Inneren der Synagoge. Hinweise lieferte zunächst nur eine Familienchronik. Deren Autor schrieb sie aber erst etwa 15 Jahre nach dem Verkauf und lebte zu der Zeit selbst schon seit Jahren nicht mehr in Obernbreit. Erst die Arbeit eines Doktoranden erbrachte weitere Aufschlüsse: Lage und Ausmaße der Wohnung des Vorsängers. Größe der Frauenempore, ursprüngliches Bodenniveau und die Existenz der Mikwe.  
Das Gebäude wurde 2012 bis 2013  zu einem Ort des Erinnerns und der Begegnung umgestaltet.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 Ansicht der Süd-West-Fassade nach der Restaurierung. Foto: Heidecker

 

 

Ansicht des Gebetsraumes mit Tonnengewölbe nach der Restaurierung. Foto: Heidecker