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Am 5. September, dem Europäischen Tag jüdischer Kultur, besuchte Dr. Ludwig Spaenle die ehemalige Synagoge in Obernbreit. Herr Spaenle ist Beauftragter der Bayerischen Staatsregierung für jüdisches Leben und gegen Antisemitismus, für Erinnerungsarbeit und geschichtliches Erbe.
Für den Träger- und Förderverein ehemalige Synagoge Obernbreit e.V. begrüßte der zweite Vorsitzende, Bernd Brückner, Herrn Spaenle und die geladenen Gäste mit einem kurzen Abriss der Geschichte der Juden in Obernbreit.
Die Führung übernahm der vormalige Vereinsvorsitzende Friedrich Heidecker. Er verwies auf die früheren Begegnungen mit Herr Spaenle in München bei der Verleihung von Preisen für die Arbeit des Vereins und freute sich, dass er nun das Projekt in situ vorführen könne:
Nach fast einhundert Jahren Fremdnutzung hatte der Verein das Gebäude mit dem Ziel übernommen, einen Ort des Erinnerns und der Begegnung einzurichten. Eine Rekonstruktion war nicht möglich wegen der hohen Kosten und fehlender Dokumentation. Der Einbau eines modernen Saales hätte bedeutet, das letzte Zeichen Obernbreiter Juden auszulöschen.
So entschloss sich der Verein das Innere so zu gestalten, dass seine Geschichte und die Blessuren an den Wänden ablesbar sind.
Beim, anschließenden Gespräch in lockerer Atmosphäre lobte Dr. Spaenle das Konzept und war begeistert von der Arbeit des Vereins. Er ließ sich die sichtbaren spärlichen Überreste der Synagoge und die Notwendigkeit der Einbauten erklären und besuchte auch die Mikwe, von der er beeindruckt war und bekannte, er habe auf all seinen Reisen durch die Landsynagogen Bayerns noch nie ein Ritualbad dieser Tiefe und dieses Erhaltungszustands gesehen.
Er nahm sich viel Zeit für Gespräche, gab Hinweise auf Hilfen seines Amtes, versprach jede mögliche Hilfe und werde sich auch bei Minister Piazolo dafür verwenden, dass sich die Schulen wo möglich noch mehr mit solchen Projekten wie hier beschäftigen.
Als Beweis, wie wichtig es sein kann, sich an sein Amt zuwenden, ergab sich beim Gespräch: Unser Hinweis auf bürokratische Hürden bei der Beantragung der Corona-Überbrückungshilfe war auf Veranlassung Dr. Spaenles nicht nur für uns, sondern für ähnlich gelagerte Fälle in ganz Bayern erfolgreich.
Für den Markt Obernbreit versprach die Bürgermeisterin, Frau Dr. Knof, dass sie wie ihr Vorgänger immer ein offenes Ohr für den Träger- und Förderverein ehemalige Synagoge Obernbreit e.V. habe und vor allem, dass Veranstaltungen des Vereins in der kalten Jahreszeit im Bürgersaal des Rathauses stattfinden können.
Die Veranstaltung wurde unter den gültigen Corona-Bedingungen durchgeführt.

 

V.l.n.r. Bürgermeisterin Fr. Knof, Hr. Heidecker, Hr. Dr. Spaenle, 2. Vorsitzender Hr. Brückner. Foto: Galen Vinson
V.l.n.r. Bürgermeisterin Fr. Knof, Hr. Heidecker, Hr. Dr. Spaenle, 2. Vorsitzender Hr. Brückner. Foto: Galen Vinson